Gasthof "Kamerun"

Von Karl Richter und Tilman Deutscher, erschienen im Dresdner Geschichtsbuch Band 15, DZA Altenburg 2010,
ergänzt durch weiteres Material, u.a. von Marlis Behrisch und Rolf Gäbel


Der volkstümliche Name für Neurochwitz 'Kamerun' verdankt sein Entstehen dem Pionier Ernst Baudisch, welcher zum Richtfest auf seinem Haus die Kamerunflagge anbrachte. Das afrikanische Kamerun war seinerzeit eine deutsche Kolonie.

1893 wurde von Gustav Pietsch das "Restaurant Kamerun" gebaut. Eine Ausflugsgaststätte, wie sie zu dieser Zeit üblich war. Es entstand ein Gasthaus mit Tanzsaal und Vereinszimmer, mit einem großen Gästegarten und Musikpavillon sowie Außentanzfläche. Auch eine Asphaltkegelbahn war vorhanden.

Das Restaurant "Kamerun" auf historischen Postkarten, Sammlung Karl Richter
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Nach 1950 wurde das Gasthaus geschlossen und bis Ende der 1970er Jahre als Großhandelslager genutzt. Während dieser Zeit verfiel das Gebäude.

Das ehemalige Restaurant "Kamerun" im verfallenen Zustand
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Um 1980 begann eine hoffnungsvolle Zeit für das alte Gemäuer. Das Hilfswerk der Christengemeinschaft der damaligen DDR hatte das Anwesen erworben, mit dem Ziel ein Altenheim zu errichten. In der Zeit vor und während des Umbaus entstand eine umfangreiche Dia-Dokumentation, eine Bestandsaufnahme der reich ausgestalteten Gasträume. Sie befindet sich heute im Archiv des Altersheimes der Christengemeinschaft. In der Dresdner Tageszeitung "Union" konnte man 1983 lesen: "Wenn alles gut läuft, wird es Ende 1985 weitere 60 Kameruner geben, die in dieser freundlichen Dresdner Landschaft, mitten im Grünen und doch nicht völlig abgeschieden vom Großstadtleben, ihren Lebensabend verbringen können."

Das ehemalige Restaurant "Kamerun" im heutigen Zustand als Senioren- und Pflegeheim der Christengemeinschaft
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